Platoon auf Arte: Kriegsmahnung, aber vergeblich?

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Derzeit ist Oliver Stones Meisterwerk Platoon (1986) in der Mediathek von Arte verfügbar – ein Film, der mich immer wieder tief berührt und traurig zurücklässt.  In Zeiten, in denen der Krieg in der Ukraine anhält und keine Ende in Sicht ist, wirkt er wie eine bittere Mahnung: So sieht Krieg aus. Nicht heldenhaft, nicht sinnvoll – nur zerstörerisch und sinnlos.

Was geschieht?

Der junge Freiwillige Chris Taylor (Charlie Sheen) meldet sich 1967 zum Dienst in Vietnam. In einem Infanterie-Platoon nahe der kambodschanischen Grenze erlebt er den brutalen Alltag: endlose Patrouillen im Dschungel, Angst, Drogen und den inneren Zerfall der Truppe. Zwei Sergeants verkörpern die gespaltene Seele der Soldaten – der humane Elias (Willem Dafoe) und der zynische, gewalttätige Barnes (Tom Berenger). Der Film zeigt schonungslos moralische Abgründe, Gräuel an Zivilisten und wie der Krieg Menschen zerbricht. Oliver Stone, selbst Vietnam-Veteran, gewann dafür vier Oscars, darunter Bester Film.

Resignation

Es ist deprimierend, wie aktuell dieser fast 40 Jahre alte Film bleibt. Wieder sehen wir Bilder aus einem Krieg, der angeblich „legitim“ gewesen sein soll, wieder sterben Menschen, weil eine Seite Ressourcen der anderen will. Als Pazifist und Kriegsdienstverweigerer verstehe ich das nicht – und werde es wohl nie verstehen. Warum scheint Gewalt ein fester Bestandteil der menschlichen Natur zu sein? Warum lernen wir nicht aus der Geschichte?

Platoon wirft zudem ein grelles Licht auf das Vorgehen der USA über Jahrzehnte: Eine Supermacht holt sich, was sie will – mit wirtschaftlicher Dominanz, mit der Waffe der Währung oder, wenn das nicht reicht, mit purer militärischer Gewalt. Vietnam war nur ein Kapitel in einer langen Reihe. Und heute? Die Muster wiederholen sich, nur an anderen Orten.

Es bleibt eine resignierte Traurigkeit zurück. Platoon ist sehenswert, gerade jetzt – aber er macht auch müde. Müde angesichts der Erkenntnis, dass sich offenbar nichts ändert. Wer starke Nerven hat, sollte ihn sich anschauen. Vielleicht hilft es ja doch irgendwann.